EINREISEN ALS FAMILIENANGEHÖRIGER

Familienangehörige  können  gemäß  §  35  AsylG  im  Ausland  einen  Antrag  auf  Erteilung  eines  Einreisetitels  nach  Österreich stellen.

 

Dieser Antrag ist aber nicht gleichzusetzen mit einem Asylantrag. 

 

Ein   Antrag   auf   Erteilung   eines   Einreisetitels   als   Familienangehöriger   ist   nur   möglich,   wenn   die   Antragstellerin   bzw.   der Antragsteller    einen    Familienangehörigen    in    Österreich    hat,    dem    der    Status    des    Asylberechtigten    oder    des    subsidiär Schutzberechtigten in Österreich zuerkannt wurde.

 

Antragsberechtigt ist, wer einer schutzberechtigen Person ist.

 

• Elternteil eines schutzberechtigten minderjährigen Kindes,

• Ehegatte oder

• zum Zeitpunkt der Antragstellung minderjähriges lediges Kind Voraussetzung   bei   Ehegatten   ist,   dass   die   Familieneigenschaft   bereits   im   Herkunftsstaat   bestanden   hat.  

 

Bei   einer   Eheschließung  in   einem   anderen   Land   als   im   Herkunftsland   ist   somit   kein   Nachzug   des   anderen   Ehepartners   nach   dem   Asylgesetz   möglich.  In  diesem Fall ist auf den Familiennachzug nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz zu verweisen. Der   Antrag   muss   jedenfalls   persönlich   bei   einer   mit   konsularischen   Aufgaben   betrauten   österreichischen   Vertretungsbehörde   mit  Sichtvermerks-Befugnis   im   Ausland   unter   Vorlage   der   vorhandenen   Dokumente   gestellt   und   ein   Foto   beigelegt   werden.   Es   ist   für  jede Antragstellerin bzw. jeden Antragsteller ein eigener Antrag notwendig. Bei   Minderjährigen   ist   ein   gewillkürter   oder   gesetzlicher   Vertreter   (im   Ausland)   berechtigt,   einen   Antrag   gem.   §   35   AsylG   bei   der  Vertretungsbehörde   zu   stellen.  

 

Minderjährige,   die   das   14.   Lebensjahr   vollendet   haben,   können   die   Erteilung   eines   Einreisetitels  selbst   beantragen.   Befindet   sich   ein   Elternteil   als   Bezugsperson   in   Österreich   und   werden   Anträge   gem.   §   35   AsylG   2005   nur   für  die    minderjährigen    Kinder    und    nicht    für    den    anderen    Elternteil    gestellt,    so    ist    die    Zustimmung    des    im    Herkunftsland  verbleibenden Elternteils (eventuell eine gerichtliche Obsorge-Entscheidung) notwendig.

 

Ist   es   wahrscheinlich,   dass   einem   Antrag   auf   internationalen   Schutz   (nach   erfolgter   Einreise   nach   Österreich)   stattgegeben   wird,  so   erteilt   die   österreichische   Vertretungsbehörde   dem   Antragsteller   ein   Visum   mit   viermonatiger   Gültigkeitsdauer   zur   Einreise  nach Österreich.

 

Der Antragsteller kann dann in Österreich einen Antrag auf internationalen Schutz einbringen. Wenn   die   Bezugsperson   in   Österreich   subsidiär   schutzberechtigt   ist,   ist   eine   positive   Wahrscheinlichkeitsprognose   bezüglich   des  Antrags   u.a.   erst   nach   der   ersten   Verlängerung   der   befristeten   Aufenthaltsberechtigung   des   in   Österreich   lebenden   Angehörigen  möglich.

 

 

Das Familienverfahren gilt nicht für EWR- oder Schweizer Bürgerinnen und Bürger.