Bundesministerium für Inneres


Asylbetreuung Unbegleitete minderjährige Fremde (UMF)

 

 

Im Asylverfahren sind unbegleitete Minderjährige alle Personen unter 18 Jahren, bei denen kein Elternteil oder sonstiger Obsorgeberechtigter anwesend ist.  Für diese Kinder und Jugendlichen bestehen Sonderbestimmungen, sodass deren Wohl stets besonders berücksichtigt werden kann. Die Minderjährigen werden in speziellen Unterkünften untergebracht und erhalten eine besondere Betreuung und Versorgung.Im Zulassungsverfahren werden unbegleitete Minderjährige von Rechtsberatern in den Erstaufnahmestellen vor der Behörde vertreten. Wird das Asylverfahren zugelassen, ist der gesetzliche Vertreter die jeweilige Kinder- und Jugendhilfe des Bundeslandes, in dem das Kind bzw. der Jugendliche untergebracht ist. Für unbegleitete Minderjährige besteht im Regelfall eine Beschwerdefrist von vier Wochen gegen die Entscheidungen des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA).Im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention (Art 1 KRK) gelten als „Kinder“ alle Menschen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs.


Asylverfahren in Österreich:

 

Aufgriff/ Antragstellung

 

Asylwerber durch Asylantrag in

ÖsterreichSchwerpunktdienststelle der Polizei (Aufenthalt max. 48 Stunden)

Registrierung von Namen und Nationalität (Dolmetscher)

Erkennungsdienstliche Behandlung und Erstbefragung

Kontaktaufnahme mit dem BFA

Prognoseentscheidung des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl

Österreich ist für Verfahren voraussichtlich nicht zuständig (Dublin Verfahren)

Weiteres Verfahren und Unterbringung in Erstaufnahmestelle

Überstellung in den zuständigen EU-Mitgliedstaat

 

ODER

 

Österreich ist für Verfahren voraussichtlich zuständig

Vorübergehende Unterbringung in Verteilerquartier in Bundesländern

Sowohl im Verteilerquartier als auch in der Erstaufnahmestelle erfolgen medizinische Untersuchungen

Zulassung zum Verfahren und Unterbringung in Länderquartier (Unterbringung bis zum Abschluss des Verfahrens)

Verfahren wird von Regionaldirektion des BFA geführt und abgeschlossen

Schulpflicht für Kinder

Arbeitsmarktzugang nach drei Monaten  mit Beschäftigungsbewilligung, gemeinnützige Arbeiten für Gebietskörperschaften sind jedoch möglich

 

Asylverfahren – negative Entscheidung

Prüfung durch Gericht möglich

Bei Rechtskraft Ausreisepflicht, mit Frist zur freiwilligen Ausreise, ansonsten Abschiebung

 

Asylverfahren – positive Entscheidung

Asyl zunächst auf drei Jahre befristetes Einreise- und Aufenthaltsrecht,nach Ablauf dieser Zeit von Gesetzes wegen unbefristet, sofern die Voraussetzungen für die Einleitung eines Aberkennungsverfahrens nicht vorliegen oder ein solches Verfahren eingestellt wurde,

 

gilt nicht bei Antragstellung vor dem 15.11.2015oder wenn bereits vor Inkrafttreten (vor dem 1.6.2016) Asyl zuerkannt wurde.

 

Subsidiärer Schutz (befristet, verlängerbar)

Zuerkennung eines Schutzstatus bedeutet die annähernde Gleichstellung mit österreichischen Staatsbürgern (Arbeitsmarkt, Zugang zu medizinischer Versorgung, etc.)

Zuerkennung eines Aufenthaltstitels aus berücksichtigungswürdigen Gründen

Aberkennung von internationalem Schutz z.B. wenn sich Situation im Herkunftsstaat ändert, bei Straffälligkeit, etc.

 

Neu ab 1. Juni 2016: Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte sind verpflichtet, unverzüglich nach Zuerkennung dieses Status bei dem für das jeweilige Bundesland zuständigen Integrationszentrum des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zu erscheinen.